Claußnitzer - LCVT

Die Zukunft muss heute gedacht werden Prof. Dr. Andreas Jess, Lehrstuhl für chemische Verfahrenstechnik an der Universität Bayreuth, über die Zukunftsfähigkeit seiner Wissenschaft, Ethos und die Frage, wie viel Erde braucht der Mensch.
Gefragt sind Studenten und Absolventen, welche sich im Rahmen einer Studien-, Teamprojekt-, Bachelor-, Master- , Diplom- oder Doktorarbeit auch im Rahmen einer Industriekooperation mit verschiedensten Fragestellungen der chemischen Verfahrenstechnik beschäftigen möchten.
Zusammen mit Prof. Peter Wasserscheid vom Lehrstuhl für Chemische Reaktionstechnik der Universität Erlangen/Nürnberg veröffentliche Prof. Andreas Jess im Februar 2013 das Fachbuch mit dem Titel "Chemical Technology - An Integrated Textbook" .

Johannes Claußnitzer, M.Sc.Claußnitzer

wiss. Mitarbeiter


seit 01. Februar 2015 als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Chemische Verfahrenstechnik tätig.


Forschungsgebiete:

  • Oxidative Entschwefelung flüssiger Kraftstoffe mit homogenen Polyoxometallat-Katalysatoren (Zweiphasenkatalyse)

  • Verteilungskoeffizienten organischer Schwefelver-
    bindungen zwischen Wasser und Isooktan


Erdöl ist aufgrund seiner Entstehungsgeschichte eine komplexe Mischung verschiedener Kohlenwasserstoffe und enthält je nach Herkunft erhebliche Anteile an organischen Schwefelverbindungen. Werden diese Schwefelverbindungen z.B. in Verbrennungsmotoren verbrannt, wird vor allem Schwefeldioxid freigesetzt, das sowohl die menschliche Gesundheit als auch die Umwelt gefährdet. Aus diesem Grund liegt der aktuelle Grenzwert für den Schwefelgehalt in Kraftstoffen innerhalb der EU bei 10 ppmw. Großtechnisch wird der Schwefel durch eine hydrierende Entschwefelung (HDS) entfernt. Die HDS wird bei ca. 30 bar H2-Druck und Temperaturen im Bereich zwischen 310 und 370°C durchgeführt. Um den heutigen EU-Grenzwert einzuhalten, muss allerdings bei deutlich höheren Wasserstoffdrücken gearbeitet werden; diese Tiefentschwefelung ist notwendig, um auch schwer zu hydrierenden alkylierten Dibenzothiophene zu entschwefeln. Da die Prozessbedingungen sowie der große Wasserstoff-Recyclestrom eigentlich unerwünscht sind, besteht seit langem das Interesse an einem anderen Entschwefelungsverfahren.

Die oxidative Entschwefelung erscheint hier als vielversprechende Alternative, da sie die genannten Nachteile umgeht. Mit diesem neuartigen Konzept werden Schwefelverbindungen oxidativ gespalten und die Produkte gleichzeitig aus dem (Modell-)Öl entfernt/extrahiert. Als Katalysatoren werden wasserlösliche Polyoxometallate verwendet. Die organische Matrix wird mit der wässrigen POM-Katalysator-Lösung unter Zugabe von Sauerstoff und starker Durchmischung der beiden Phasen zur Reaktion gebracht. Vorteile dieses Verfahrens liegen in den deutlich milderen Reaktionsbedingungen sowie der direkten Extraktion der Reaktionsprodukte (hauptsächlich Sulfat) in die wässrige Phase. 

 

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