Michel Krannich, M.Sc. - LCVT

Die Zukunft muss heute gedacht werden Prof. Dr. Andreas Jess, Lehrstuhl für chemische Verfahrenstechnik an der Universität Bayreuth, über die Zukunftsfähigkeit seiner Wissenschaft, Ethos und die Frage, wie viel Erde braucht der Mensch.
Gefragt sind Studenten und Absolventen, welche sich im Rahmen einer Studien-, Teamprojekt-, Bachelor-, Master- , Diplom- oder Doktorarbeit auch im Rahmen einer Industriekooperation mit verschiedensten Fragestellungen der chemischen Verfahrenstechnik beschäftigen möchten.
Zusammen mit Prof. Peter Wasserscheid vom Lehrstuhl für Chemische Reaktionstechnik der Universität Erlangen/Nürnberg veröffentliche Prof. Andreas Jess im Februar 2013 das Fachbuch mit dem Titel "Chemical Technology - An Integrated Textbook" .

Michel Krannich, M.Sc.

wiss. MitarbeiterKrannich

ab 01.01.2012 als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Chemische Verfahrenstechnik tätig.

 

Telefon:+ 49 (0) 921 / 55 - 7456
Telefax:+ 49 (0) 921 / 55 - 7435
E-Mail: michel.krannich@uni-bayreuth.de
Raum: A 1.21.1

 

Forschungsgebiete:

 

  • Gastrocknung mit Hilfe ionischer Flüssigkeiten

 

In industriellen Prozessen gehört Wasser zu den am häufigsten vorkommenden unerwünschten Verunreinigungen eines Gases. Meistens ist es aber nicht das dampfförmige Wasser an sich, das zu Problemen führen kann, sondern die feste oder flüssige Form, die entstehen kann, wenn das Gas komprimiert oder gekühlt wird. Während flüssiges Wasser Korrosion fördern kann, sind Eis und feste Hydrate imstande, Rohrleitungen zu verstopfen. Um solche Probleme zu vermeiden, müssen Gase zumindest teilweise getrocknet werden.

Eines der Haupteinsatzgebiete für die Gastrocknung ist das Entfernen von Wasser aus dem Erdgas. Bevor es in einer Pipeline transportiert werden kann, muss das in teilweise großen Mengen im Erdgas vorhandene Wasser entfernt werden, sodass es zu keiner Bildung von Methanhydraten in der Rohrleitung kommt.

Seit Mitte des 20. Jahrhunderts haben hygroskopische Ethylenglykole wie z.B. Diethylenglykol, Triethylenglykol und Tetraethylenglykol für die Trocknung von Erdgas eine immer größere Bedeutung erlangt. Hier tritt jedoch das Problem auf, dass diese Ethylenglykole bei den Temperaturen, die für die Regeneration dieser Trocknungsmittel nötig sind, teilweise verdunsten. Dadurch können die Betriebskosten deutlich ansteigen. Weitere Verluste an Trocknungsmittel können auftreten, weil Ethylenglykole zur Schaumbildung neigen und dies nur mit speziellen Substanzen (Schauminhibitoren) verhindert werden kann. Ein weiteres Problem bei der Verwendung von Ethylenglykolen ist es, dass sie sich bei Kontakt mit Sauerstoff oxidativ zersetzen können.

Es macht nun Sinn, ein Trocknungsmittel zu wählen, das einen geringeren Dampfdruck besitzt und somit niedrigere Verdunstungsverluste aufweist, bei niedrigeren Betriebsdrücken arbeiten kann und sich nicht oxidativ mit Luft zersetzt. Hierfür bieten sich die häufig sehr hygroskopischen ionischen Flüssigkeiten an. Durch entsprechende Vorversuche (Zersetzung bzw. Verdampfung der ILs, Abhängigkeit der IL-Viskosität von Temperatur und Wassergehalt, Löslichkeitsverhalten von Wasser in den ILs, Einfluss der Verunreinigungen in der IL) am Lehrstuhl für Chemische Verfahrenstechnik hat sich bisher als vielversprechendste IL [EMIM][MeSO3] herauskristallisiert. Ziel ist es, eine vollständig kontinuierlich betriebene Trocknungsanlage mit nachgeschalteter Regenerationskolonne aufzubauen. Dafür müssen zur Auslegung einer kontinuierlich betriebenen Anlage die prozessspezifischen Parameter ermittelt werden. Letztendlich soll die Modellierung eines technischen Prozesses zur Gastrocknung inklusive Regeneration im Fokus stehen.